Kunst auf Reisen

Kunst quer durch Europa

Yippieh! Es geht bergauf!

Endlich Besserung in Sicht!

Man, waren die letzten Wochen kräftezehrend und nervenaufreibend.
Auch wenn ich in direkter Nähe des Krankenhauses auf einem Stellplatz stand, ich dadurch nur einen kurzen Weg hatte, die Zeit war trotzdem sehr anstrengend. Die innere Anspannung, die Ängste im Unbewussten, die Hilflosigkeit nichts an der Situation ändern zu können – alles trug dazu bei, dass mein Körper streikte, alles schmerzte und mir alles zuviel war.

Doch alles der Reihe nach….

Detlef lag also mit Lungenentzündung und entzündeten Atemwegen im Krankenhaus in Andernach. Ihm ging es gar nicht gut. Er musste dauernd husten, was ihm zusätzliche Schmerzen bereitete, hatte Luftnot, auch nur die leichteste Anstrengung brachte ihn an seine Grenzen.
Er bekam nun zusätzlich starktes Antibiotika, die Sauerstoffzufuhr wurde erhöht. Ständig fanden Untersuchungen statt oder er schlief.

Mir bereitete das große Sorgen. Auch wenn ich versuchte, das nicht an mich ran zu lassen, mich mit anderen Sachen abzulenken, es arbeitete trotzdem enorm in mir. Ich spürte es daran, dass ich wieder wie eine Wilde mit den Zähnen knirschte, ich immer müde wurde, mir alles wie ein kaum zu überwindbarer Berg vorkam. Und ich konnte es an meinen Fellkindern merken. Denn sobald das hintere Ende der Leine nicht richtig funktioniert, geht es am vorderen Ende drunter und drüber. Was dann natürlich auch zusätzlich Kraft kostet, wenn beide gemeinschaftlich ziehen und pöbeln was das Zeug hält.

Dann musste ich auch noch auf die andere Ebene des Stellplatzes wechseln, weil das Hochwasser im Anmarsch war. Also wieder alles sichern, denn es ist egal, ob man nur 20 m oder 2000 km fährt. Alles was nicht gesichert ist, fällt….
Das ganze ist ja im Grunde auch kein großer Aufwand, denn von der Einrichtung her, bin ich mittlerweile soweit, dass kaum noch etwas verräumt werden muss. Naja, kaum ist blöde gesagt….. Die Außentreppe, das Abwasser, der Pi-Kanister, Gasflasche, usw., ausgerechnet die gewichtigen Sachen.

Drei Tage später ein weiterer Wechsel, damit ich während des angekündigten Sturmes nicht im Gefahrenbereich der dort befindlichen Tannen und Bäume stehe.

Und während ich mit den Hunden „ging“, Ivy umstellte, dafür sorgte, dass alles rund um Ivy funktioniert, einkaufen ging und ins Krankenhaus marschierte, stellte sich bei Detlef raus, dass das Antiobiotika nicht anschlägt. Die Entzündung wurde nicht spürbar weniger, in der Lunge sammelte sich weiterhin Wasser, sein Zustand blieb unverändert.
Selbst nach über einer Woche Aufenthalt im Krankenhaus. Das einzig Gute war, dass immer wieder bestätigt wurde, dass das Herz einwandfrei funktioniert.
Samstags nochmals eine Ultraschalluntersuchung. Der Arzt teilt uns mit, dass wenn das Wasser in der Lunge bis Montag nicht zurück gehen würde, müsste „gepiekst“ und das Lungenwasser untersucht werden. Na toll. Das dann auch noch…

Doch zu dieser Untersuchung kam es dann nicht. Wie durch Zauberhand ging es Detlef Sonntag schlagartig ein Stück besser. Die Lunge hatte anscheinend die Drohung gehört und keine Lust darauf….

Und während ich Montag mal wieder den Standplatz wechselte, weg von den Dauerstehern mit ihren unnützen, besserwisserischen und übergreifenden Kommentaren zu unseren Hunden und meiner Hundeerziehung, wieder auf die untere Ebene, bekam Detlef mitgeteilt, dass das Wasser in der Lunge zurückgegangen sei. Aufatmen…..
Auch die Blutwerte waren fast in der Norm.

Detlef konnte jetzt auch wieder leichter Atmen, der Husten ging drastisch zurück, er war wieder etwas agiler. Und im Hintergrund wurde schon die Anschlussheilbehandlung organisiert.

Donnerstag war es dann soweit. Er wurde in die Reha nach Bad Ems verlegt. Ein Heimspiel. Er fühlt sich gut aufgehoben, hat ein schönes Zimmer, Essen schmeckt gut und auch die Behandlungen tun ihm gut. Er trainiert fleißig im erlaubten Rahmen, geht langsam spazieren, hatte schon Besuch von unserem Großen und seinen Mädels. Seine kleine Enkelmaus zu sehen, hat ihm noch einmal Auftrieb gegeben. Es geht mit großen Schritten voran….

Ich habe mir ein paar Tage Auszeit gegönnt und bin Samstag dann auch zum Stellplatz in Bad Ems gewechselt. Auch mir geht es jetzt besser. Ich merke, wie ich ruhiger werde. Meine Schmerzen gehen zurück, ich lese wieder, ich häkele weiterhin Socken und ich schreibe. Ich genieße die Ruhe hier, besuche die „Kinder“ und treffe Freunde. Das hintere Ende der Leine funktioniert wieder besser und somit ist das Vordere auch wieder mehr im Griff.
Ja, ich würde sagen:

Yippieh! Es geht bergauf!

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