Kunst auf Reisen

Kunst quer durch Europa

Dem Universum sei Dank!

Ich glaube ja daran, dass wir geführt und gelenkt werden und dass nichts ohne Grund geschieht. Wir sollen aus Begegnungen und Situationen lernen und wachsen. Verstehen wir das nicht, begegnen wir immer wieder den gleichen Problemen. Und wir werden beschützt. Auch wenn wir das nicht immer direkt sehen.

Ich habe so oft gehadert, dass wir einfach nicht loskommen. Dass sich unsere Reise immer noch auf einen so kleinen Radius beschränkt. Andauernd wurden wir ausgebremst, hauptsächlich von immer wieder notwendigen Terminen und ständig wiederkehrenden finanziellen Hürden. Aber auch von einer brennenden Motorleuchte, einem noch erforderlichen Wertgutachten und einem Besuch einer Fahrzeugwaage, die unsere nächsten To-Do-s sind.

Am 26.12. sollte es endlich losgehen, doch die Therapie meines Mannes schob dem einen Riegel vor. Doch selbst dieser Grund war ein Wink des Schicksals. Wir sollten definitiv vom Reisen abgehalten werden! Das Universum wusste wieder einmal mehr als wir.
Natürlich, es hat ja auch unseren Lebensplan vor sich liegen. Mit allem, was wichtig für uns ist, mit Markierungen, wo es uns Hinweise und Zeichen zukommen lassen soll…..

Es hat seine Arbeit gut gemacht!
Mein Mann bekam am 29.12. urplötzlich grippeähnliche Symptome: Nase zu, Heiß-kalt-Schübe, Kopfschmerzen, Hals- und Ohrenschmerzen, nur noch schlapp und müde. Dazu Schmerzen in der Brust und Luftnot.

„Och nee – Männergrippe…“ Ich machte meine Scherze.
Am 31.12. entschied Detlef, es sei eine „Frauengrippe“, denn es ging ihm schon viel besser. Nase war wieder frei, Halsschmerzen weg, die Hitzeschübe reduzierten sich, genauso wie die Schmerzen in der Brust. Luftnot und eine gewisse Schlappheit blieben.
Er fühlte sich so gut, dass wir wieder weiterfuhren.

Mir gefiel es nicht so richtig, dass er das Gefühl von „Wasser im Ohr“ hatte, sich weiterhin schlapp fühlte und auch diese Schweratmigkeit hatte. Der zusätzlich mittlerweile immer öfter auftretende Schwindel verschlimmerte meine Bedenken. Dass die Bustschmerzen ebenfalls immer noch auftraten, das erzählte er mir nicht. Für ihn war das Ganze einfach eine Art Grippe….

Am 5. Januar entschied ich nach Koblenz zu fahren, damit er Montag morgen zum Arzt geht. Mein Mann verstand mein Drängen nicht und sah auch keine Notwendigkeit. Da ich aber seit Wochen die Fahrerin war und er nur Beifahrer, hatte er keine andere Wahl als mitzufahren.

Und dann stellte sich raus, dass meine Entscheidung die Richtige war….

Die Hausarztpraxis machte ein EKG und rief für den sicheren Transport zum nahegelegenen BWZK (Bundeswehrzentralkrankenhaus) einen Rettungswagen. Absolute Ruhe war angesagt, denn die Symptome waren Vorboten eines Herzinfarktes….

Schock…. Mein Gefühl hatte mich nicht getäuscht, auch wenn ich mir eine harmlosere Erklärung gewünscht hätte….

Im BWZK wurde er stationär aufgenommen und weitere Untersuchungen gemacht. Uns wurde angekündigt, dass am nächsten Morgen eine Untersuchung der Venen mittels Sonde stattfände. Sollten Stents notwendig sein, würden diese in einem gesetzt.

Nach diesem Eingriff war die Sachlage etwas anders: Es wären Stents notwendig, doch in näher am Herzen als erwartet.
Diese wurden noch nicht verlegt, sondern ein weiterer Termin für den Mittwoch morgen anberaumt….

…. und wieder abgesagt. Stattdessen wurde uns mitgeteilt, dass nach der Besprechung der Fachärzte keine Stents, sondern zwei, eventuell sogar drei, Bypässe von Nöten seien…..

Uns rutschten die Herzen in die Hose. Während Detlef die Situation und seine Ängste mit übertriebener Lustigkeit überspielte, überkamen mich Kindheitserinnerungen. Immerhin ist mein Papa an einem Herzinfarkt gestorben. Obwohl er Bypässe hatte…. Mein inneres Kind schob regelrecht Panik.
Doch nach und nach gewann die Dankbarkeit wieder Oberhand.

Dem Universum sei Dank!

  • dass es Zeichen und Hinweise geschickt hat, die ich erkennen konnte
  • dass ich mich durchgesetzt und nicht auf meinen Mann gehört habe
  • dass es dafür gesorgt hat, dass wir in der Nähe bestmöglicher Versorgung und noch nicht auf Reisen waren
  • und vor allem, dass es früh genug war!

Auch wenn das jetzt bedeutet, dass sich unsere Reise ins Ausland noch um viele Wochen verschieben wird, denn nach der Operation sind drei Wochen stationär im BWZK bleiben und mindestens drei bis vier Wochen Reha angesagt.
Ich bin dem Universum unsagbar dankbar!
Wir sind dem Universum unsagbar dankbar!

Jetzt ist unser einziger Wunsch, dass alles gut verläuft. Dass Detlef bald wieder auf den Beinen ist und viele seiner Befindlichkeitsstörungen der Vergangenheit angehören. Denn nicht nur die Brustschmerzen und die Luftnot sind Zeichen für diese Erkrankung. Auch der Schwindel und große Teile der Müdigkeit, Kraftlosigkeit und Konzentrationsstörungen, sogar die unnormale Gewichtszunahme, sind auf die schlechte Sauerstoffzufuhr zurückzuführen.

Heute mittag wurde die Operation von morgen auf nächste Woche geschoben, da zu viele Notfälle vorliegen. Verständlich. Nur blöde – aber definitiv verständlich und besser – dass Detlef bis dahin dort bleiben muss.
Aber auch diese Zeit wird vorüber gehen.

Ich versuche derweil weitestgehend in der Nähe zu stehen um ihn täglich besuchen zu können und fahre nur alle vier oder fünf Tage zum Strom aufladen und Wasser tanken auf einen Stellplatz.
Es ist ungewohnt „alleine“ in der Ivy zu sein und alles selbst regeln zu müssen. Aber auch daraus lerne und wachse ich.

Unsere Reise ist somit erst mal auf Eis gelegt. Aber das Ausland läuft uns ja nicht weg.

4 comments on “Dem Universum sei Dank!

  1. Yvi Schiller

    Hallo liebe Tatjana, ich bin durch Zufall auf die Seite gestoßen. Manchmal hab ich Tränen in den Augen gehabt beim Lesen.
    Ich hoffe, das es deinem Mann besser geht.
    Ihr habt euer mobiles Heim ivy genannt….. Ich finde es lustig yvi nur anders geschrieben ist mek. Spitzname. 😊 Passt auf euch auf und bleibt gesund in dieser Zeit. Ganz ganz liebe grüsse Yvonne Schiller Cafe Zeitgeist Boppard

    1. Tatjana

      Liebe Yvonne, vielen Dank für die guten Wünsche und die lieben Grüße. Wenn diese ungewöhnliche Zeit überstanden ist, kommen wir endlich wieder Seelenkuchen zu dir essen. Wir denken oft an dich und an deine Leckereien. Wir wünschen euch ganz viel Kraft um gut durch diese Ausnahmesituation zu kommen. Alles Liebe, Tatjana

  2. Lichtenthäler

    DREAM Team💖

    1. Tatjana

      Danke, du Liebe.

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